Wann ist eine Bewilligung überhaupt nötig?
Entscheidend ist eine einzige Frage: Beansprucht das Gerüst öffentlichen Boden? Bleibt die Konstruktion innerhalb Ihrer Parzelle, genügt die fachgerechte, SUVA-konforme Montage. Sobald ein Gerüstfeld über die Grundstücksgrenze ragt – auf Gehweg, Veloweg oder Fahrbahn – liegt eine Sondernutzung des öffentlichen Grunds vor. Diese ist bewilligungspflichtig.
In der Basler Altstadt ist das fast immer der Fall. Häuser am Spalenberg, am Petersgraben oder an der Rheingasse stehen direkt an schmalen Gassen ohne Vorgarten. Das Gerüst steht dort zwangsläufig auf dem Trottoir. In freistehenden Quartieren wie Bruderholz oder in Baselbieter Einfamilienhaus-Gemeinden wie Bottmingen oder Therwil bleibt das Gerüst dagegen oft komplett auf der eigenen Parzelle.
Wer ist in Basel-Stadt zuständig?
In Basel-Stadt teilen sich zwei Stellen die Verantwortung. Das Bauinspektorat beurteilt das Schutzgerüst als Bauinstallation. Für die Nutzung der Allmend – also Trottoir und Strasse – ist die Allmendverwaltung beim Tiefbauamt zuständig. Kommt eine Spur-Sperrung oder Umleitung dazu, prüft zusätzlich die Verkehrsabteilung der Kantonspolizei.
In den Baselbieter Gemeinden ist die Lage einfacher, aber uneinheitlich. Mal entscheidet die Bauverwaltung der Gemeinde, mal das kantonale Tiefbauamt bei Kantonsstrassen. In Liestal, Reinach oder Muttenz läuft das Gesuch über die Gemeinde. Genau diese Unterschiede klären wir vor der Montage – damit am Stichtag niemand vor einem gesperrten Trottoir ohne Papiere steht.
Der Ablauf in vier Schritten
- 1
Objekt prüfen. Wir klären vor Ort, ob das Gerüst auf öffentlichen Grund ragt und welche Stelle zuständig ist.
- 2
Gesuch vorbereiten. Massplan, Standzeit und Sicherungsmassnahmen stellen wir zusammen. Sie unterschreiben als Bauherrschaft.
- 3
Einreichen und abwarten. Die Behörde prüft, fordert allenfalls Verkehrsmassnahmen und stellt die Bewilligung aus. Planen Sie 2 bis 4 Wochen ein.
- 4
Montieren. Erst mit Bewilligung in der Hand stellen wir das Gerüst – inklusive Signalisation und Abnahmeprotokoll.
Was kostet die Bewilligung – und wer zahlt?
Die amtliche Gebühr richtet sich nach beanspruchter Fläche und Dauer. Für ein Trottoir-Gerüst an einem Wohnhaus bewegt sich die Gebühr meist im tiefen dreistelligen Bereich pro Monat. Eine Verkehrsumleitung mit Signalisation kostet deutlich mehr, weil Material und Bewilligung der Polizei dazukommen.
Diese amtlichen Gebühren trägt die Bauherrschaft. In unserer Offerte weisen wir sie als separate Position aus, statt sie im Quadratmeterpreis zu verstecken. So sehen Sie genau, was Gerüst und was Behörde kostet. Eine Übersicht der reinen Gerüstkosten finden Sie auf der Seite Was kostet ein Gerüst in Basel?.
Express-Fall: Bewilligung nach Sturmschaden
Bei akuter Gefahr – etwa einem abgedeckten Dach nach Sturm – gilt nicht das normale Verfahren. Die Sofortsicherung darf in der Regel umgehend erfolgen, das Gesuch wird nachgereicht. Wichtig ist die saubere Dokumentation. Wie wir solche Einsätze in 24 bis 72 Stunden abwickeln, steht auf der Seite Express-Gerüstmontage.