Der Preis hängt an einer einzigen Zahl
Jede Gerüstofferte beginnt bei der Gerüstfläche in Quadratmetern. Abgerechnet wird die eingerüstete Fassade – nicht die Wohnfläche und nicht der Grundriss.
Die Formel dahinter ist kurz: Fassadenlänge mal Gerüsthöhe. Für die Höhe zählt die oberste Gerüstlage. Als Faustregel liegt sie rund 1 Meter über der Traufe. Dort sitzt der Geländerholm, den die Bauarbeitenverordnung ab 2 Metern Absturzhöhe verlangt. Details dazu stehen im Ratgeber zu den SUVA-Vorschriften für Gerüste.
Wer diese Zahl kennt, kann jede Offerte in zwei Minuten prüfen.
Rechenweg an einem echten Grundriss
Ein freistehendes Einfamilienhaus mit 9 auf 7 Metern Grundriss, Traufhöhe 6,5 Meter, drei Seiten eingerüstet. So kommen Sie in sechs Schritten zum Richtpreis.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| 1. Fassadenlängen addieren | 9 m + 7 m + 9 m Freistehendes Haus, drei Seiten eingerüstet |
| 2. Gerüsthöhe bestimmen | 6,5 m + 1 m Traufhöhe plus Geländerholm über der obersten Lage |
| 3. Multiplizieren | 25 m × 7,5 m Länge mal Höhe ergibt die Gerüstfläche |
| 4. Gerüstfläche ablesen | ≈ 190 m² Diese Zahl steht in jeder Offerte |
| 5. Richtpreis ansetzen | CHF 10–17 pro m² Übliche Spanne bei dieser Grösse |
| 6. Total überschlagen | CHF 1'800–3'200 Inklusive Montage, 4 Wochen Miete und Abbau |
Die häufig genannte Spanne von CHF 8–22 pro m² deckt alle Projektgrössen ab – vom Balkon bis zum Mehrfamilienhaus. Ein Einfamilienhaus landet fast immer in der Mitte. Alle Richtwerte stehen auf der Preisseite.
Vier Fälle aus der Region Basel
Dasselbe Haus kostet je nach Lage unterschiedlich viel. Diese vier Situationen kommen im Baselbiet besonders oft vor.
| Situation | Fläche | Richtpreis |
|---|---|---|
| Reihenhaus Oberwil, zwei Seiten Freie Zufahrt, Montage an einem Tag | ~120 m² | CHF 1'200–2'400 |
| Freistehendes Haus Therwil, drei Seiten Der Standardfall beim Fassadenanstrich | ~190 m² | CHF 1'800–3'200 |
| Haus rundum in Aesch, Fassade und Dach Dachfanglage kommt als eigene Position dazu | ~240 m² | CHF 2'400–4'300 |
| Hanglage am Bruderholz, drei Seiten Spindeln und Ausgleichsrahmen kosten Aufbauzeit | ~200 m² | CHF 2'400–4'000 |
Kommt eine Dachsanierung dazu, rechnen Sie das Dachfanggerüst mit CHF 900–1'600 pro Traufseite obendrauf. Pflicht wird es ab 2 Metern Absturzhöhe an der Traufe.
Warum Preisangaben im Netz so weit auseinandergehen
Eine Recherche liefert Quadratmeterpreise zwischen CHF 6 und CHF 38. Das wirkt widersprüchlich, hat aber drei nachvollziehbare Gründe.
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Miete oder Komplettpreis? Manche Angaben meinen nur die Wochenmiete von CHF 0.50–2.00 pro m². Andere meinen den Gesamtpreis inklusive Montage, vier Wochen Standzeit und Abbau.
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Kleine Flächen verzerren den m²-Preis. Anfahrt, Auf- und Abbau fallen unabhängig von der Grösse an. Bei 40 m² verteilt sich dieser Grundaufwand auf wenige Quadratmeter. Bei 400 m² sinkt der m²-Preis deutlich.
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Unterschiedliche Flächendefinitionen. Die eine Offerte rechnet die reine Fassadenfläche, die andere die Gerüstfläche samt Überstand über der Traufe. Das ergibt schnell 15 Prozent Differenz.
Vergleichbar werden Offerten erst, wenn Fläche, Standzeit und Zusätze auf derselben Basis stehen.
Was den Preis in der Region Basel verschiebt
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Enge Zufahrt: Am Spalenberg oder am Petersgraben steht das Gerüst auf dem Trottoir. Das braucht eine Bewilligung und oft ein Schutzdach für Passanten.
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Hanglage: Am Bruderholz, in Riehen und in Bubendorf gleichen Spindeln und Ausgleichsrahmen das Gefälle aus. Das kostet Aufbauzeit.
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Netz oder Plane: Am Rhein greift der Westwind an. Eine verkleidete Fassade braucht dichtere Verankerung als eine offene.
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Standzeit über vier Wochen: Danach laufen CHF 0.50–2.00 pro m² und Woche. Wie lange ein Gerüst stehen darf, steht im Ratgeber zur Standzeit.
Sieben Punkte für den Offertenvergleich
Holen Sie zwei bis drei Offerten ein. Vergleichbar sind sie nur, wenn diese sieben Punkte darin stehen.
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Gerüstfläche in m² – die Basis jeder Rechnung
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Montage und Abbau als benannte Positionen
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Enthaltene Standzeit in Wochen
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Wochenmiete nach Ablauf dieser Standzeit
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Dachfanglage, Konsolen, Netz oder Plane einzeln aufgeführt
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Anfahrt und Transport – mit oder ohne Zuschlag
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Abnahme nach SN EN 12810/12811 mit Protokoll
Fehlt eine Position, fragen Sie nach. Ein tiefer Grundpreis mit teuren Zusätzen kostet am Ende mehr als eine vollständige Offerte.
Wo sich sparen lohnt
Der grösste Hebel liegt in der Planung. Bündeln Sie Maler-, Dach- und Solararbeiten in einem Durchgang. Dann reicht eine einzige Montage für alle Gewerke – das spart schnell CHF 1'000 und mehr.
Der zweite Hebel ist die Standzeit. Wer den Bauablauf realistisch plant, bleibt in den enthaltenen vier Wochen. Welche Gerüstart Ihr Vorhaben braucht, klärt der Ratgeber zu den Gerüstarten.
Nicht sparen sollten Sie bei Dachfanglage, Seitenschutz und Freigabeprotokoll. Diese drei Positionen sind vorgeschrieben. Wer eigene Handwerker beschäftigt, findet Material und Konditionen unter Gerüstvermietung, den privaten Rundum-Service unter Privatkundengerüste.