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Gerüstarten im Überblick – welches Gerüst passt zu Ihrem Projekt?

Kurz gesagt: Die richtige Gerüstart ergibt sich aus drei Fragen – wo gearbeitet wird, wie lange und mit welcher Last. Für einen Fassadenanstrich reicht meist ein Fassadengerüst der Lastklasse 3. Am Dach braucht es eine Dachfanglage, für kurze Arbeiten genügt oft ein Rollgerüst. Türme, Brücken und Industrieanlagen verlangen Sonderkonstruktionen mit eigener Statik.

Vier Fragen vor der Wahl

Am Telefon fragt ein Gerüstbauer fast immer dasselbe. Wer die Antworten kennt, bekommt schneller eine passende Offerte.

  • Wo wird gearbeitet? An der Fassade, am Dach, im Gebäude oder an einer Anlage.

  • Wie lange steht das Gerüst? Ein Tag für eine Dachrinne ist etwas anderes als 3 Monate für eine Aufstockung.

  • Welche Last kommt auf die Ebene? Ein Maler mit Farbeimer braucht weniger Tragkraft als ein Team mit Dämmplatten.

  • Wer arbeitet darauf? Eigene Leute mit Mietgerüst – oder Handwerker, für die der Gerüstbauer montiert und freigibt.

Welches Gerüst für welches Vorhaben?

Die Tabelle ordnet 14 häufige Bauvorhaben der passenden Gerüstart zu. Ein Klick auf die Gerüstart führt zur Detailseite mit Preisen und Ablauf.

Vorhaben Gerüstart
Fassade streichen oder reinigen Fassadengerüst Lastklasse 3, Seitenschutz ab 2 m
Fassade dämmen oder neu verputzen Fassadengerüst mit Konsolen Lastklasse 4–5 für Platten und Mörtel
Dach neu decken, Spenglerarbeiten Dachgerüst Dachfanglage an der Traufe, Lastklasse 4–5
Photovoltaik montieren Solargerüst Lastklasse 4–5 für Module und Schienen
Dach wochenlang offen, Aufstockung Wetterschutzdach Statik für Wind und Schnee
Treppenhaus, Decke, Innenraum Innengerüst Ohne Bohrungen, mit Bodenschutz
Kurze Arbeiten an wechselnden Stellen Rollgerüst SN EN 1004, ebener Untergrund
Kirchturm, Brücke, Silo, Denkmal Spezialgerüst Objektbezogene Statik
Werkhalle, Tank, Revisionsstillstand Industriegerüst Lastklasse 5–6, Werkschutz, Ex-Zonen
Viele Personen und Material nach oben Treppenturm Podest ab 1.30 m Breite
Dachrand oder Flachdach sichern Absturzsicherung Seitenschutz oder Fangnetz
Einfamilienhaus privat sanieren Privatkunden-Gerüst Lieferung, Montage und Abbau in einer Offerte
Eigene Handwerker, nur Material Mietgerüst Mit oder ohne Montage
Sturmschaden, geplatzter Termin Express-Gerüst Aufbau in 24–72 Stunden

Arbeitsgerüst oder Schutzgerüst?

Die beiden Begriffe beschreiben den Zweck, nicht die Bauart. Ein Arbeitsgerüst ist Arbeitsplatz: Es trägt Personen, Werkzeug und Material auf der Höhe, wo gearbeitet wird.

Ein Schutzgerüst verhindert Unfälle. Dazu zählen das Dachfanggerüst an der Traufe, Fangnetze und Schutzdächer über dem Trottoir. In schmalen Altstadtgassen wie am Spalenberg schützt ein Schutzdach die Passanten vor herabfallendem Material.

In der Praxis erfüllt ein Fassadengerüst meist beide Aufgaben. Es ist Arbeitsebene für den Maler und sichert zugleich gegen Absturz. Pflicht ist es ab mehr als 3 Metern Absturzhöhe, der Seitenschutz auf jeder Ebene schon ab 2 Metern – mehr im Ratgeber zu den SUVA-Vorschriften für Gerüste.

Lastklassen: Wie viel darf aufs Gerüst?

Die Norm SN EN 12811-1 teilt Arbeitsgerüste in sechs Lastklassen ein. Sie reichen von 0,75 kN/m² in Lastklasse 1 bis 6,0 kN/m² in Lastklasse 6. Ein Kilonewton pro Quadratmeter entspricht rund 100 Kilogramm.

Für Maler- und Reinigungsarbeiten genügt meist Lastklasse 3, also rund 200 Kilogramm pro Quadratmeter. Dämmung, Dach- und Solarmontage brauchen Lastklasse 4–5, weil Platten und Module auf der Ebene lagern. Lastklasse 5–6 ist der Standard bei Industrie-Revisionen.

Die Lastklasse legt der Gerüstbauer anhand Ihres Vorhabens fest und hält sie im Freigabeprotokoll fest. Wichtig für die Baustelle: Nie mehr Material stapeln, als die Freigabe erlaubt.

Typische Fälle aus der Region Basel

Dieselbe Gerüstart sieht in Basel je nach Lage anders aus. Fünf Situationen kommen besonders oft vor:

  • Altstadtgassen: Am Spalenberg oder am Petersgraben steht das Gerüst fast immer auf dem Trottoir. Dafür braucht es eine Bewilligung und oft ein Schutzdach für Passanten.

  • Hanglagen: Am Bruderholz und in Riehen gleichen Spindeln und Ausgleichsrahmen das Gefälle aus. Sonst liegt die erste Gerüstlage schief.

  • Reihenhaussiedlungen: Fassade und Dach werden oft im gleichen Durchgang saniert. Ein Gerüst mit Dachfanglage deckt beides ab und spart eine zweite Montage.

  • Industrieareale: In Schweizerhalle und im Rheinhafen gelten Werkschutz, Ex-Zonen und feste Stillstand-Fenster. Dort kommt nur ein statisch geplantes Industriegerüst in Frage.

  • Dachsanierung im Winterhalbjahr: Steht das Dach über Wochen offen, schützt ein Wetterschutzdach Dachstuhl und Wohnungen vor Regen und Schnee.

Kosten und nächster Schritt

Die Gerüstart wirkt sich direkt auf den Preis aus. Ein Fassadengerüst kostet in der Region Basel CHF 8–22 pro m², ein Dachgerüst CHF 12–28 pro m². Alle Richtwerte stehen auf der Preisseite, die komplette Leistungsübersicht unter Gerüstbauservice.

Häufige Fragen zu Gerüstarten

Welches Gerüst brauche ich für einen Fassadenanstrich?

Ein Fassadengerüst der Lastklasse 3 reicht für Maler- und Reinigungsarbeiten. Ab 2 m Absturzhöhe braucht jede Ebene einen dreiteiligen Seitenschutz. Bei einem Einfamilienhaus steht das Gerüst meist an einem Tag.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsgerüst und Schutzgerüst?

Ein Arbeitsgerüst trägt Personen, Werkzeug und Material dort, wo gearbeitet wird. Ein Schutzgerüst verhindert Unfälle – etwa als Dachfanggerüst an der Traufe oder als Schutzdach über dem Trottoir. Ein Fassadengerüst übernimmt oft beide Aufgaben.

Reicht für mein Einfamilienhaus ein Rollgerüst?

Für kurze Arbeiten an einzelnen Stellen oft ja – etwa an einem kurzen Fassadenabschnitt bis 12 m Höhe. Für eine ganze Fassade über mehrere Wochen lohnt sich ein fest verankertes Fassadengerüst. Ein Rollgerüst braucht zudem einen ebenen, tragfähigen Untergrund.

Welche Lastklasse braucht mein Projekt?

Für Maler- und Reinigungsarbeiten genügt meist Lastklasse 3. Dämmung, Dachdeckerarbeiten und Photovoltaik brauchen Lastklasse 4–5, Industrie-Revisionen Lastklasse 5–6. Die genaue Klasse legt der Gerüstbauer anhand Ihres Vorhabens fest.

Kann ein Gerüst mehrere Aufgaben übernehmen?

Ja, und das spart Geld. Ein Fassadengerüst lässt sich mit Dachfanglage, Treppenturm oder Wetterschutzdach kombinieren. Planen Sie alle Arbeiten vorab, dann reicht eine einzige Montage für Maler, Dachdecker und Spengler.

Unsicher, welches Gerüst passt?

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben in zwei Sätzen und senden Sie ein Foto mit. Das Team schlägt die passende Gerüstart vor – die Offerte folgt innert 48 Stunden.